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Aschermittwoch


Am Aschermittwoch ist alles vorbei… jedenfalls der Karneval in Deutschland. Der Aschermittwoch ist der traditionelle Beginn der wichtigsten Fastenzeit des Christentums. Sie geht bis Ostern und dauert 40 Tage, wobei die Sonntage vom Fastengebot ausgenommen sind. Nachdem der Karneval bzw. Fasching seinen Höhepunkt am Rosenmontag hatte, beginnt für die Narren jetzt eine Atempause bis zum 11. November.

Seine Namen trägt der Aschermittwoch von dem christlichen Brauch, die Gläubigen an diesem Tag mit einem Kreuz aus Asche zu zeichnen. Das Kreuz wird bei der ersten Heiligen Messe der Fastenzeit gezeichnet und stammt traditionell von den Palmzweigen, die im zurückliegenden Jahr verbrannt wurden.

Das Datum des Aschermittwochs ist kalendarisch an das Osterfest gebunden. Der frühestmögliche Zeitpunkt ist der 4. Februar, der spätestmögliche Termin der 10. März. Der Karneval ist also in jedem Fall eine winterliche Veranstaltung.




Büttenrede

Die Büttenrede ist einer der Höhepunkte einer Karnevalssitzung: Ein Redner steigt, begleitet von einem Büttenmarsch, zu seinem Pult (der Bütte) hinauf, um einen gereimten, meist mundartlichen Vortrag zu halten. Die Büttenrede kann sehr bissig und politisch sein, aber auch mit harmlosen Witzen ausstaffiert.

Das Versmaß einer Büttenrede ist in der Regel sehr einfach. Häufig wird ein Paarreim verwendet. Eine Rede hat meist mehrere Strophen, die mit einer Pointe enden, die von einem lauten Tusch markiert wird, den die Musiker an der passenden Stelle einspielen.

Da das Wort “Bütte” eigentlich ein Fass meint, ist das Rednerpult oft fassartig gestaltet. Wie es historisch betrachtet zu dem Zusammenhang zwischen Fass und Karnevalsrede kam, ist nicht geklärt.



Elferrat

In heutigen Karnevals- und Faschingsvereinen hat der Elferrat vor allem organisatorische Aufgaben. Zum Beispiel plant diese Gruppe (der meist mehr als elf Personen angehören) Karnevalssitzungen, Umzüge und andere Veranstaltungen. Bei der Mehrzahl der traditionellen Vereine besteht der Elferrat ausschließlich aus Männern. In anderen Vereinen sind auch Frauen zugelassen bzw. stellen einen eigenen Rat.

Historisch betrachtet, hat der Elferrat auch eine politische Dimension. Die Elf ist nämlich nicht nur eine närrische Zahl, abgeleitet vom offiziellen Karnevalsbeginn am 11.11., sondern steht auch für das Motto der französischen Revolution “Egalité, Liberté, Fraternité” (wobei die Reihenfolge der Wörter verändert wurde). E für Egalité, L für Liberté und F für Fraternité.

Als das linksrheinische Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Napoleons Truppen besetzt war, bekamen die Bürger (bei allen sonstigen Einschränkungen) ein Mehr an politischen Freiheiten. Mit der militärischen Niederlage Frankreichs wichen diese Freiheiten erneut der preußischen Restauration. Der Elferrat war in diesem Sinne ein Bekenntnis für die verloren gegangenen “demokratischen” Rechte – und das unter dem Deckmantel karnevalistischer Narretei.



Fasching

Das Wort “Fasching” ist eine andere Bezeichnung für den Karneval – nicht mehr und nicht weniger. Mit Fasching ist also kein abweichendes, spezielles Brauchtum gemeint, sondern es ist lediglich eine Begriffsvariation.

Von Fasching ist besonders häufig in Norddeutschland die Rede, aber auch in Teilen Sachsens, Brandenburgs, Bayerns und Österreichs. Vor allem in Niederbayern, Ost-Oberbayern und München ist Fasching der gängige Begriff für die tollen Tage.

Im Gegensatz zum Wort Karneval ist der historische Ursprung des Wortes Fasching recht eindeutig: Im 13. Jahrhundert hieß die Zeit oft “vaschanc” oder “vaschang”, was mit “Fastenschank” zu übersetzen ist. Dies leitet sich von dem religiösen Brauch her, am 11. November (dem närrischen Datum) zum letzten Mal im Jahr alkoholische Getränke auszuschenken. Am Tag darauf, am 12. November, begann eine 40-tägige Fastenzeit, in der Alkohol tabu war.





Faschingskostüme

Wenn sich Kinder zum Fasching verkleiden, fällt die Wahl häufig auf die Klassiker wie “Fee”, “Cowboy” und “Indianer”. Die meisten Erwachsenen sind dagegen deutlich anspruchsvoller bei ihren Faschingskostümen. Das gilt besonders für Narren aus den typischen deutschen Karnevalsgebieten wie dem Niederrhein. Hier ist es teilweise verpönt, ein fertiges Kostüm von der Stange zu kaufen und gar mehrere Jahre lang zu verwenden.

Bei Karnevals- bzw. Faschingskostümen sind der kreativen Phantasie keine Grenzen gesetzt. Erlaubt ist, was zum Motto der Veranstaltung passt, die man besuchen möchte. Sehr beliebt sind Lumpen- und Fetzenkostüme, die nicht nur auf einem Lumpenball, sondern auch auf einer lockeren Karnevalsparty eine gute Figur machen.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche traditionelle Faschingskostüme, wie zum Beispiel das Funkenmariechen oder den Gardeoffizier. Manche Kostüme kommen nur in bestimmten Landstrichen vor oder dürfen nur von einem ausgewählten Personenkreis getragen werden. Das gilt beispielsweise für das Häs der schwäbisch-alemannischen Fastnacht.




Fastenzeit

Die Fastenzeit und der Karneval/Fasching bilden ein Gegensatzpaar, das sich gegenseitig bedingt: Das Ende des Karnevals am Aschermittwoch ist zugleich der Beginn der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern (Ausnahmen bilden die Bauernfastnacht und die Basler Fastnacht). Ohne die Fastenzeit, in der vor allem Fleisch und Alkohol streng verboten sind, wäre der lustvolle Karneval in der heutigen Form nicht entstanden.

Bereits seit frühchristlicher Zeit fordert die katholische Kirche ihre Gläubigen zum Fasten auf. Neben der vorösterlichen Fastenperiode gibt es traditionell eine zweite, ebenfalls 40-tägige Fastenzeit, die vom 12. November bis zum Heiligen Abend zu Weihnachten reicht. Am Vortag dieser Fastenzeit wird nicht nur die Martinsgans verspeist, sondern auch viele Narren lassen ihre “fünfte Jahreszeit” offiziell beginnen.

Fastnacht

Ebenso wie der Begriff Fasching ist auch die Fastnacht eine alternative Bezeichnung für den Karneval. Welches Wort jeweils verwendet wird, ist von Region zu Region unterschiedlich und ist nicht direkt an bestimmte Brauchtümer gekoppelt. Vom Begriff Fastnacht existieren zahlreiche Abwandlungen, wie beispielsweise Fasnacht und Fasnet.

Die Bezeichnung Fasnacht ist in der Schweiz üblich, wogegen Fasnet in Baden-Württemberg und Schwaben verbreitet ist. Die Form “Fastnacht” ist allerdings am weitesten verbreitet. Sie ist in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Teilen Bayerns und Sachsens sowie im westlichen Österreich anzutreffen. Die Mainzer feiern ihre “Fassenacht”, die Franken “Fasenacht”, während der “Fastelabend” eher in Norddeutschland bekannt ist.

Wie schon beim Wort Karneval, ist auch die Wortherkunft von Fastnacht und seinen Varianten nicht vollständig geklärt. Auf den ersten Blick scheint sich der Begriff von der 40-tägigen Fastenzeit abzuleiten, die gemäß religiöser Sitte am 12. November begann. Allerdings sind auch andere etymologische Interpretationen möglich.


Fünfte Jahreszeit

Die “fünfte Jahreszeit” ist eine humorvolle Bezeichung für den Karneval (bzw. den Fasching) im Allgemeinen. Der Begriff hat keine lange historische Tradition und spielt darauf an, dass die närrische Zeit eine ganz besondere Periode im Jahreslauf darstellt.

In der fünften Jahreszeit gelten viele der sonst üblichen sozialen Regeln des Alltags nicht mehr. Viele Menschen verkleiden sich, es wird gemeinsam gefeiert, manche sozialen Rollenerwartung sind außer Kraft gesetzt. Gerade in den rheinischen Karnevalshochburgen herrscht eine Art Ausnahmezustand, bei dem an Arbeiten oder Karnevalsabstinenz kaum zu denken ist. So gesehen, unterscheidet sich die fünfte Jahreszeit vom Rest des Jahres genauso wie der Sommer vom Winter.




Gardetanz

Der Gardetanz ist eine spezielle Tanzrichtung, die von Karnevalsvereinen und speziellen Tanzgarden gepflegt wird. Meist zu Marsch- oder Polkamusik treten Solotänzer, Tanzpaare und große Tanzgruppen auf den Karnevalsveranstaltungen auf.

Die meisten Gardetänzer sind Mädchen bzw. junge Frauen, deren Kostüme teilweise an Militäruniformen des 18. Jahrhunderts erinnern. Die bekannteste Figur des Gardetanzes ist das Tanzmariechen, eine Solotänzerin. Die Tradition des weiblichen Gardetanzes begann erst im 20. Jahrhundert, in Anlehnung an die Revue-Tänzerinnen der 1920er Jahre. Zuvor traten auf Karnevalsveranstaltungen männliche Tanzmariechen auf.

Der Gardetanz wird heute nicht nur beim Karneval gezeigt, sondern zudem als Turniertanz mit leistungssportlichen Ambitionen, die den Tänzern ein intensives, akrobatisches Training abverlangen.



Helau

Das Helau ist derjenige Narrenruf, der in Deutschland am weitesten verbreitet ist. Zahlreiche Narren in der Mitte und im Süden Deutschlands begrüßen sich so während der fünften Jahreszeit. Ebenso wie bei “Alaaf” liegt die Wortherkunft weitgehend im Dunkeln. So gibt es beispielsweise Versuche, den Narrenruf von den Wörtern Hölle oder Halleluja abzuleiten.

Im Kölner Raum ist es allerdings keine besonders gute Idee “Helau” zu rufen, denn der linksrheinische Jeck bevorzugt eindeutig das “Alaaf” – und hat für verbale Abweichler bestenfalls Spott übrig.



Jeck

Als Jeck wird in rheinischen Landen – und teilweise darüber hinaus – ein Freund des Karnevals bzw. Faschings bezeichnet. In anderen Regionen Deutschlands ist dagegen weniger von Jecken, sondern meist von Narren die Rede.

Der Jeck feiert nicht nur gerne Karneval – er ist auch im weiteren Sinne ein humorvoller Mensch, der sich gerne einmal einen karnevalistisch anmutenden Spaß erlaubt. Zwischen Jecken und “Karnevalisten” gibt es einen feinen Unterschied: Karnevalisten sind Teil des organisierten Karnevals, indem sie beispielsweise eine Vereinsfunktion bekleiden oder öffentlich auftreten – Jecken feiern dagegen einfach nur gerne mit.



Kamelle

Bei Karnevals- bzw. Faschingsumzügen werden jedes Jahr Tonnen von Kamelle zwischen die mitfeiernden Zuschauer geworfen. Das Wort Kamelle leitet sich von “Karamell” ab – und in der Tat hat man früher vor allem Karamell-Bonbons unters Volk gebracht.

Heutzutage ist Kamelle eine Sammelbezeichnung für die recht unterschiedlichen Wurfartikel – meist kleine Süßigkeiten – bei den Umzügen. Außerdem werden beim Kölner Karneval sogar richtige Blumensträuße (Strüssjer) verteilt.

Das Wort von der “ollen Kamelle” hat auch Eingang in die deutsche Umgangssprache gefunden. Veraltete Geschichten munden eben genauso schlecht wie zu lange gelagerte Süßigkeiten…



Karneval

Der Begriff “Karneval” ist die wahrscheinlich gebräuchlichste Bezeichnung für das närrische Treiben in der Zeit zwischen dem 11. November (11.11. 11:11 Uhr) und dem Aschermittwoch. Nordwärts einer gedachten Linie von Bonn bis Erfurt in Thüringen ist vorwiegend von Karneval die Rede, während in anderen deutschsprachigen Regionen zum Beispiel die Bezeichnungen Fasching und Fastnacht verbreitet sind. Für das internationale Brauchtum (beispielsweise in Rio de Janeiro oder in Venedig) ist ebenfalls die Bezeichnung Karneval üblich.

Ihren Ursprung haben die bis heute überlieferten Karnevals- bzw. Faschingsbräuche vermutlich im Mittelalter. Eine direkte Ableitung aus römischen und keltischen Wurzeln konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Bereits im 12. Jahrhundert wurden in Deutschland so genannte Narrenfeste veranstaltet. Bei diesen Aktivitäten wurden vor allem kirchliche Riten und klerikale Würdenträger parodiert und veralbert. Die Kirche duldete dieses Treiben etwa zwischen dem 6. Januar (Dreikönigstag) bis zum Aschermittwoch. Ab dem Aschermittwoch waren die derben Späße, Ausschweifungen und Gotteslästerungen wieder strengstens untersagt. Das Ende des Karnevals galt als Zeichen dafür, dass Gott über den “Staat des Teufels” triumphiert. Weitere Einzelheiten zur historischen Entwicklung kann man im Onlinelexikon Wikipedia nachlesen.

Eng verknüpft mit den Karnevalstraditionen ist die 40-tägige Fastenzeit vor Christi Geburt. Sie beginnt traditionell am 12. November und ist Grund genug, am 11. November – dem Martinstag – noch ein Festmahl durchzuführen und den Beginn des Karnavals zu einzuleiten. Während der Fastenzeit selbst finden nur vereinzelte Veranstaltungen statt. Die hohe Zeit der Narretei setzt erst wieder am 6. Januar ein, da die Nacht vom 5. auf den 6. Januar einst als Geburtstermin Jesu galt und somit das Ende des Fastens markierte. Die festlichen Höhepunkte wie Rosenmontag und Weiberfastnacht liegen in der letzten Woche vor Aschermittwoch.

Die deutschen Karnavalshochburgen befinden sich heute, anknüpfend an die kirchliche Historie, vor allem in den katholischen Gegenden Deutschland. Berühmt für ihren Karneval sind beispielsweise Köln, Düsseldorf und Mainz. Die dortigen Karnevalsumzüge und Prunksitzungen werden sogar im Fernsehen übertragen. Insbesondere bei den Umzügen wird deutlich, dass der Karneval im Kern weit mehr als ein harmloser Spaß ist. Oft zeigt sich hier auch eine politische Dimension: So wie im Mittelalter die Kirche verspottet wurde, muss sich seit dem 19. Jahrhundert insbesondere die politische Obrigkeit so manche Schelte gefallen lassen.



Karnevalssitzung

Keine Karnevalssitzung gleicht der anderen: Jeder Verein oder Festausschuss, der eine Sitzung organisiert, setzt andere Akzente. Auch regionale Besonderheiten spielen eine große Rolle bei der Ausgestaltung des Programms.

Neben Gesangs- und Tanzdarbietungen sind Büttenreden und Ordensverleihungen übliche Bestandteile eines Festprogramms. Häufig sitzt während der Karnevalssitzung auch ein so genannter Elferrat auf der Bühne. Einen Höhepunkt mancher Sitzung bildet der Einmarsch der “Tollitäten” (zum Beispiel des Prinzenpaars oder des Dreigestirns).

Karnevalssitzungen gibt es in sehr unterschiedlichen Dimensionen und Ausformungen: vom Vorstellabend der künstlerischen Akteure über die Prinzenproklamation bis zur großen, im deutschen Fernsehen übertragenen Prunksitzung. Um beiden Geschlechtern und allen Altersgruppen zu ihrem karnevalistischen Recht zu verhelfen, werden zudem Damen-, Herren-, Senioren- und Kindersitzungen angeboten.

Karnevalsumzug

Die Karnevalsumzüge in der heutigen Form wurden vermutlich 1823 erfunden. In diesem Jahr fand der erste Rosenmontagszug in Köln statt. Diese neuartigen Umzüge hatten auch den Zweck, den einst ungestümen Feiern des einfachen Volkes einen gesitteten, bürgerlichen Rahmen zu verleihen.

Gerade im Rheinischen veranstaltet beinahe jeder Ort einen eigenen Karnevalsumzug. Die wichtigsten und größten Umzüge sind meist die Rosenmontagszüge, aber auch am Veilchendienstag ziehen sich mancherorts noch beachtliche Umzüge durch die Straßen.

Bei den Karnevalsumzügen wirken in der Regel die örtlichen Karnevalsvereine mit, die eigene Prunkwagen bereitstellen und von dort Kamelle unter die Zuschauer streuen. Weitere Bestandteile der Umzüge sind Musikkapellen, Tanzgruppen und Motivwagen. Die Motivwagen befördern überdimensionale, satirische Darstellungen von Personen und Ereignissen, die im vergangenen Jahr von sich reden gemacht haben. Vor allem die politische Satire hat im Karneval bzw. Fasching eine lange Tradition, die bereits bei den Karnevalsumzügen des 19. Jahrhunderts gepflegt wurde.

Karnevalsverein

Die Karnevalsvereine, die regional auch Faschingsvereine oder Narrenzünfte heißen, feiern mit ihren Mitgliedern nicht nur Karneval, sondern organisieren auch öffentliche Veranstaltungen. Dazu gehören verschiedene Karnevalssitzungen, aber auch Umzüge.

Karnevalsvereine gibt es überall dort, wo Karneval in größerem Rahmen gefeiert wird: im Rheinland ebenso wie in Niedersachsen, in der Schweiz ebenso wie in Brasilien. Die deutschen Vereine sind nach dem Vereinsrecht organisiert, haben einen gewählten Vorstand (an der Spitze meist einen Präsidenten) und eine Satzung.


Konfetti

Zu einer richtigen Faschingsparty oder einem Karnevalsumzug gehört beinahe überall auf der Welt Konfetti. Diese bunten Papierschnipsel entstehen als Abfallprodukt der Papierindustrie oder werden mit Stanzmaschinen eigens angefertigt. Auf Umzügen wird spezielles Konfetti aus Folie oder Seidenpapier geworfen. Dieses hat den Vorteil länger in der Luft zu schweben.

Der Begriff Konfetti leitet sich vom italienischen Wort “confetti” für Zuckerzeug ab. Hintergrund ist der einstige venezianische Faschingsbrauch, sich mit Konfekt und anderen Süßigkeiten zu bewerfen (ähnlich der heutigen Kamelle). Im 18. Jahrhundert warf man in Venedig übrigens Gipsnachbildungen des Konfekts. Diese waren zwar billiger als die Süßigkeiten – aber für die getroffenen Zuschauer bei weitem nicht so angenehm wie das spätere, vermutlich in Deutschland erfundene Papier-Konfetti…



Luftschlangen

Ebenso wie das Konfetti sind auch die Luftschlangen ein unverzichtbares Partyaccessoire – nicht nur zum Fasching. Auch zu Silvester schmücken sie gerne die Festsäle.

Die typischen Rollen enthalten in der Regel jeweils 18 Luftschlangen in sechs Farben. Ein einziger, kräftiger Atemstoß reicht, um die Papierschlangen zum Abwickeln zu bringen. Übrigens haben Versuche ergeben, dass 25 bis 30 Zentimeter der perfekte Abstand zum Hineinblasen ist.

Der Berliner Paul Demuth soll – nach seinen eigenen Angaben – sowohl das Konfetti als auch die Luftschlangen erfunden haben. Auf die Luftschlangen besaß er nachweislich zwei Patente.



Narr

Der Narr ist – historisch und kulturell betrachtet – eine äußerst vielschichtige Figur. Im deutschen Karneval wird der Begriff “Narr” weitgehend gleichbedeutend mit “Jeck” benutzt: Der Narr ist einfach jemand, der gerne Späße macht und Karneval feiert.

Im Mittelalter dagegen war der Narr, wie er in bildhaften Darstellungen erscheint, keineswegs positiv besetzt – im Gegenteil. Der Narr stand dem Teufel nahe, galt als ungläubig und symbolisierte Tod und Vergänglichkeit. Selbst die Hofnarren, die seinerzeit auf Adelshöfen angestellt waren, hatten weitgehend ernste Aufgaben: Sie sollten den Fürsten an die Sünde und die Endlichkeit des irdischen Lebens erinnern.

Erst seit dem 14. Jahrhundert änderte sich langsam das Bild des Hofnarren. Vom ernsten Mahner entwickelt sich sein Berufsbild hin zum Unterhalter und Spaßmacher. Es entwicklte sich die besondere Rolle des Narren, der der Obrigkeit (insbesondere dem Adel) in Späße verpackt die “Wahrheit” sagen durfte, ohne eine Bestrafung fürchten zu müssen. Auch der Karnevalsnarr bediente sich (und bedient sich noch heute) dieses Stilmittels. Schon in früheren Jahrhunderten galt der Karneval als Ausnahmezustand, während dem Kritik an der Kirche und an weltlichen Machthabern erlaubt war.


Narrenkappe

Zu einem rheinischen Karnevalisten gehört nicht irgendeine Kopfbedeckung, sondern selbstverständlich eine Narrenkappe. Sie ist in der Regel aus haltbarem Stoff gefertigt, trägt mehrere bunte Farben und ist manchmal mit Schellen besetzt. Eine typische, weit verbreitete Narrenkappe ahmt mit ihren drei Zipfeln die Form eines Hahnenkamms nach.

Der Hahnenkamm ist ein traditionelles Attribut eines “Narren” und bedeutet im 15. Jahrhundert eher nichts Gutes: Der Hahn wie der Narr galten als der Fleischeslust verfallen, und fern der Liebe Gottes. Außerdem waren die Narrenkappen dieser Zeit mit Eselsohren besetzt, was unter anderem Dummheit und Trägheit symbolisierte.

Spätestens seit dem 19. Jahrhundert ist die Kappe vor allem ein modisches Erkennungszeichen des Karnevalsnarren. Im Jahr 1827 war es sogar vorgeschrieben, im Kölner Karneval eine Narrenkappe zu tragen. Waren die Kappen in jener Zeit noch aus Papier hergestellt und wurden am Ende einer Session öffentlich verbrannt, begleiten sie die Mitglieder eines Karnevalsvereins heutzutage jahrelang.


Narrhallamarsch

Der Narrhallamarsch (eine Wortschöpfung aus “Narr” und “Walhalla”) ist das vielleicht berühmteste Musikstück des Faschings überhaupt. Seine Heimat hat der Marsch, der in unzähligen Karnevalssitzungen gespielt wird, in der Mainzer Fastnacht.

Der geistige Urheber des 1844 erstmals aufgeführten Narrhallamarschs war der Regiments-Kapellmeister Karl Zulehner. Zulehner kam aus Österreich, war aber Mitglied des 1838 gegründeten “Mainzer Carneval-Vereins”. Die Originalmusik, die Zulehner lediglich neu arrangierte, stammte aus der Oper “Der Brauer von Preston” des französischen Komponisten Adolphe Adam.

Es ist übrigens kein Zufall, dass ein Marsch eine solch hohe Bedeutung im Karnaval erlangen konnte: Vor allem im 19. Jahrhundert, in dem viele der heutigen Traditionen ihren Anfang nahmen, hatten die Karnevalisten ein hohes Bedürfnis, militärische Bräuche aufzugreifen und zu verulken. Dies gilt auch für die Gardetänze, die ebenfalls militärisches Zeremoniell widerspiegeln.


Orden

Kaum eine Prunksitzung vergeht, ohne dass mindestens ein Orden vergeben wird. Der Karnevalsorden ist eine Auszeichnung, die heutzutage meistens das Engagement eines Karnevalisten während der närrischen Zeit würdigt.

Ursprünglich waren die Karnavalsorden ausschließlich als Persiflage auf das militärische Zeremoniell gedacht. Durch eine Ordensverleihung, die seit dem 19. Jahrhundert üblich ist, wollte man über die Armee spotten.

Als höchster deutscher Karnevalsorden gilt heute das “Goldene Vlies”, das sein gestalterisches Thema aus der griechischen Argonautensage entlehnt. Andere Orden werden nur für einen begrenzten Zweck oder nur für eine einzige Session in einem Karnevalsverein geprägt.


Prinz

Der Prinz ist das Oberhaupt der Narren in einem Ort – gewählt für eine Session. Je nach regionaler Tradition ist er ein Alleinherrscher oder muss sich die “Macht” mit einer Prinzessin oder einem Dreigestirn teilen.

Wie es sich für einen Adligen gehört, hat der Karnevalsprinz oft einen Hofstaat von Adjutanten, Mundschenken, Hofdamen und anderen Personen, die ihm bei der Erfüllung seiner Aufgaben helfen. Der Prinz repräsentiert den Karneval seines Ortes im Ganzen und tritt zu diesem Zweck bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen auf. Dabei hat “seine Tollität” nicht nur zum Endspurt des Karnevals vor Aschermittwoch einen engen Terminkalender.

Prunksitzung

Die Prunksitzung ist die wichtigste Karnevalssitzung eines Karnevalsvereins. In der Prunksitzung, die den Auftakt für die heiße Endphase des Karnevals/Faschings bilden kann, wird meist das Motto der laufenden Session verkündet. Zu der öffentlichen Versanstaltung erscheinen manchmal maskierte, manchmal unmaskierte Gäste – und bei einigen wichtigen Karnevalsvereinen ist sogar ein Übertragungswagen des Fernsehens zu Besuch.

Eine Prunksitzung hat den Charakter einer Revue, mit Tanz, Gesang, Musik und Büttenreden, bei denen Prominente, alltägliche und politische Ereignisse des zurückliegenden Jahres aufs Korn genommen werden. Den “Vorsitz” bei einer Prunksitzung haben der Sitzungspräsident und der Elferrat, der auf einer Bühne über den Darbietungen thront.


Rosenmontagszug

Ein Rosenmontagszug ist ein Karnevalsumzug, der am Rosenmontag stattfindet. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Karneval auf seinem Höhepunkt. Daher sind die Rosenmontagszüge die längsten und wichtigsten Karnevalsumzüge überhaupt. Manche von ihnen werden sogar im deutschen Fernsehen in Sondersendungen übertragen.

Der größte Rosenmontagszug ist in Köln zu bestaunen. Er wurde im Jahr 1823 aus der Taufe gehoben und entsprach den Bemühungen von Regierung und Bürgertums, die Karnevalsfeiern nach der französichen Besatzungszeit zu reformieren. Heute ist dieser Karnevalsumzug mit seinen Wagen und maskierten Karnevalisten über fünf Kilometer lang. Rund eine Million Zuschauer säumen auch bei widrigen Wetterbedingungen die sechs Kilometer lange Zugstrecke. Etwa 140 Tonnen Kamelle und Strüssjer werden in die Menschenmenge geworfen.

Der zweitgrößte Rosenmontagszug findet in Mainz statt. Hier säumen rund eine halbe Million Menschen die Straßen, wenn die fast 10.000 Karnevalisten unterwegs sind. Die wechselnde Zugstrecke ist mit derzeit sieben Kilometern etwas länger als beim Kölner Rosenmontagszug. Seit dem Jahr 1838 ist er der Höhepunkt der Mainzer Fastnacht. – Der drittgrößte Rosenmontagszug zieht vermutlich seit 1833 durch Düsseldorf.


Schunkeln

Wie die Bratwurst ist das Schunkeln eine (beinahe) durch und durch deutsche Spezialität. Neben Deutschen sind eigentlich nur noch Österreicher beim Schunkeln anzutreffen. Nicht alleine beim Fasching, sondern auch zur Volksmusik wird hierzulande gerne geschunkelt.

Aufmerksame Beobachter wollen übrigens festgestellt haben, dass bei langen Sitzreihen die Menschen oft asynchron schunkeln: Während sich die eine Hälfte der Reihe nach links neigt, neigt sich die andere Hälfte bereits nach rechts. Da, wo beide Hälften zusammenstoßen, sitzt manchmal eine bedauernswerte Person als Stoßfänger von beiden Seiten…



Tanzmariechen

Die Tanzmariechen sind aus den meisten Faschings- und Karnevalveranstaltungen nicht wegzudenken. Die jungen Mädchen und Frauen sorgen mit schwungvollen und zuweilen akrobatischen Tanzeinlagen für die Unterhaltung des Publikums. Während in früheren Zeiten häufig Männer tanzten, sind die Tanzgarden etwa seit den 1920er Jahren vorwiegend mit Frauen besetzt.

Ursprünglich war das Tanzmariechen eine Erfindung des rheinischen Karnevals, verbreitete sich dann aber in weiteren Gebieten Mitteleuropas, in denen Karneval gefeiert wird. Optisches Vorbild für die heutigen Tanzmariechen waren die so genannten Marketenderinnen des 18. Jahrhunderts – Frauen, die in verschiedenen Funktionen militärische Truppen begleiteten. Dementsprechend hat die Kostümierung der Mädchen und Frauen (mit Uniformjacke und Dreispitz auf dem Kopf) etwas Militärisches. Kurzer Rock, Strumpfhose, Spitzen- oder Rüschenunterwäsche betonen dagegen die weibliche Komponente.

Tanzmariechen treten nicht nur solo auf, sondern auch mit männlichen Partnern (Tanzoffizieren) oder ins Tanzgarden. Neben Polka und Marschmusik werden die Tänzerinnen manchmal auch von moderneren Klängen begleitet.


Tusch

Ein besonderes musikalisches Stilelement auf Karnevalssitzungen ist der Tusch. Er wird in der Regel von mehreren Instrumenten (Blechbläser und Trommeln) gleichzeitig eingespielt.

Ein Tusch kann verschiedene Funktionen haben: Er fordert die Zuschauer zum Applaus heraus, markiert die Pointe eines Witzes oder einer Büttenrede, oder erinnert das feiernde Publikum daran, die Aufmerksamkeit wieder dem Bühnengeschehen zuzuwenden.


Weiberfastnacht

Traditionell werden die Faschings- und Karnevalsbräuche von Männern dominiert. Eine Ausnahme bildet die Weiberfastnacht (Kölsch “Wieverfastelovend”, “Schmutziger Donnerstag”), die am Donnerstag vor Rosenmontag gefeiert wird. An diesem Tag übernehmen die Frauen symbolisch die Macht und läuten zudem den Beginn des turbulenten Straßenkarnevals ein.

In vielen rheinischen Städten stürmen die Frauen die Rathäuser (wo tatsächlich meistens Männer regieren). Noch bekannter ist der Brauch, dass Frauen den Männern zur Weiberfastnacht die Krawatten abschneiden – als Ausdruck der gestutzten Männlichkeit. Wer zu Weiberfastnacht als Besucher im Rheinischen weilt, sollt sich darauf gefasst machen, dass diese Sitte tatsächlich praktiziert wird.

Die erste Weiberfastnacht der Karnevalsgeschichte wurde 1824 im Bonner Stadtteil Beuel gefeiert. Damals schlossen sich die Beueler Wäscherinnen zu einem Festkomitee zusammen, das die Teilnahme am Karneval durchsetzte.






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